Donat's Mamma Mia
Steinbockfahrt 2011
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Donat's Steinbockfahrt 2011

Reisebericht: Donat’s Steinbockfahrt 2011

Es ist der 5. August und die Witterung angenehm und einladend für unsere diesjährige Steinbockfahrt. Nur die Prognosen sind nicht gerade rosig aber auch nicht schlecht. Kühle Temperaturaussichten mit Regengüssen überzeugten unsere Sarah, dass es besser ist, mit dem Auto zu fahren und somit hatten wir auch einen Gepäckwagen. Guido, Urs, Andrea und ich mit unseren Töffs und Hanspeter mit seinem Gespann und Sohnemann Nicola im „Boot“ starteten um 11.30 und folgten genüsslich auf der Autobahn ins Berner Oberland. In den Grimselkurven konnten wir unsere Gummi-Ecken an den Reifen wieder abrunden und kurz unterhalb dem Hospiz gab‘s die erste Dusche. Es war eh Zeit zum Essen und so machten wir eine ausgiebige Mittagspause.

Dann aber rein in den inzwischen aufgekommenen Nebel und gleich das Regenkombi montieren. Leider konnte ich meine Regenhose nicht finden, aber es hat ja aufgehört zu regnen. Auch der Nebel wurde bald aufgelöst und die Grimselstrasse ins Wallis war trocken. Weit und breit keine „Blauen“! Dann mit Elan den Nufenen erklimmen. Der schönste Teil dieser höchstgelegen, in der Schweiz liegenden Pass-Strasse war in dichtem Nebel, kaum30 Meter Sichtweite; aber nach einigen Kilometern „Blindflug“ dann die Erlösung und vollgas durchs Bedrettotal Richtung Airolo. Tanken in Biasca und dann das Erlebnis Misox. Auch bei rassigem Tempo lassen die Strassen genug Zeit, das schöne südliche Bündnertal etwas zu bestaunen. In San Bernardino hielten wir kurz Ausschau nach Wasserwolken…aber was soll’s? Kein Tunnel ist ein Erlebnis, also rauf durch die herrlichen Serpentinen, und auch hier kaum Verkehr. Ein Kafihalt auf der Passhöhe bei sehr unfreundlicher Bedienung und dann kam die nasse Taufe: Es schüttete wie aus Kübeln und nur noch Eines…so schnell wie möglich nach Davos. Das Wasser war so schön griffig, dass auch Guidos Reifen ne super Schräglage erlaubten. Bis zu unserem Ziel kein Unterbruch der Wasserlieferung von oben. Das neue Hotel Grischa sollte doch in Erwägung ziehen, einen Töffkombi-Trocknungsraum einzurichten, irgendwie werden wir auf jeder Steinbockfahrt mindestens einmal verschifft. Die Begrüssung war herzlich, wie gewohnt im alten „Terminus“, und die neuen Zimmer im „Grischa“ sind einfach super. Nachdem wir uns nun alle in salongerechte Kleidung gestürzt hatten, konnten wir die Chinaküche im schönen Golden Dragon ausgiebig testen…Resultat : hervorragend und die Bedienung mit den altbekannten Gesichtern erstklassig!

Samstag morgens um acht, Frühstücksbuffet und die Sonne lacht. Ich glaube es war kurz nach neun, als wir Richtung Flüela starteten. Herrlich angenehmes Töffwetter, das Engadin hinauf und dann nach Samedan dem Bernina entgegen. Eine obergeile Strecke aber Urs fällt zurück, ohne dass wir etwa speziell „heizten“; seine Kawa überhitzte infolge Wasserverlust. Hanspeter war natürlich unsere Rettung denn er erkannte sofort die Ursache: weiterfahren aber öfters Pause machen um Wasser nachzufüllen. Das Puschlav genossen wir mit Vergnügen, da sollte man eigentlich mit dem Zweigangtöffli fahren, um die Landschaft zu bestaunen. Im Veltlin wie gewohnt ein Sau-Verkehr aber nach wenigen Kilometern die Abzweigung auf den Aprica. Sehr schmale und kurvenreiche Strasse und ich dachte, da werden wir irgendwo auf unseren „Seitenwagen-Hämpu“ warten müssen! Weit gefehlt…der überholt genauso wie auf dem Zweirad und er hat das Ding total im Griff. Guido allerdings meint, er würde da nie ins Boot sitzen!!! Die verführerischen Kurven nach Ponte di Legno liessen meine Nachfolger Richtung Tonale donnern und somit kurvte ich alleine auf weiter Flur auf den Gavia. Ist übrigens keine Empfehlung für Kurvenliebhaber mit maschinellem Antrieb…die Velofreaks beanspruchen in wilden Rudeln die ohnehin schon schmale Bergstrecke. Auf der Passhöhe genoss ich die schöne Bergwelt und wartete bis eine Wolke Nebel und Regen herantransportierte. Von meiner Gruppe weit und breit keine Spur, also ab durch den Stelvio Nationalpark nach Bormio. Auch hier von meinen Jungs keine Spur, also weiter mit Genuss durch die langgezogenen Kurven über den Foscagno nach Livigno. Hier gings zu und her wie an einer Kilbi, aber das ist normal im Zollfrei-Gebiet! Also auch für mich, zollfrei Benzintanken und nochmals auf meine „Truppe“ warten…aber vergeblich. Das Wetter könnte nicht besser sein, ideal durchzogen und warm; meine Lederhosen, triefend vom gestrigen Bernardino-Guss, waren längst trocken . Die langweilige Strecke dem Stausee entlang und durch den Tunnel Richtung Ofenpass braucht etwas Selbstbeherrschung, besonders wenn man anfangs der Rotphase der alternierenden Einbahnregelung gestoppt wird. Nach dem Tunnel die Traumstrecke vom Ofapass…kaum Verkehr…da hab ich mir in Zernez ein Bierli verdient; vielleicht kommt ja der Rest der „Steinböckler“ des Wegs und ich setzte mich ganz vorne an die Terrasse des Spöl um sie ja nicht zu verpassen. Niemand erscheint und nun hatte ich langsam den Verdacht, die hätten eine andere Strecke genommen. Also setzte ich an zum Endspurt über den Flüela. Auch hier war ich so ziemlich allein auf der Piste und nach 22 Minuten tuckerte ich in Davos-Dorf über den Bahnübergang um alsbald in der „Ex“ den letzten Halt zu machen. Nun gings aber nicht mehr lange und alle waren wir wieder beisammen. Eine erfrischende „Zielstange Calanda“…. und eine unvergessliche Tagestour ging zu Ende. Sarah hat sicher etwas verpasst, aber es ist zu hoffen, dass sie bis nächstes Jahr ein passendes Kombi kriegt, wo sie bequem ihre Kurven sicher verstauen kann. Um am Samstagabend in Davos in einer renommierten Fressbeiz mit mehr als zwei Personen einen freien Tisch zu finden, ist schon etwas Glück von Nöten. Aber wir haben’s geschafft und mit etwas Nachdruck im Padrino noch willige Köche und Kellner motivieren können, unseren herrlichen Tag gastrogediegen abzuschliessen.

Sonntag Morgen, grauer geht’s nicht mehr und es schiffte Bindfäden. Der einzige Sonnenschein war das Frühstücksbuffet mit den feinen Produkten aus der Davoser Landwirtschaft. Leider sind diverse offene Frisch-Produkte nicht mehr im Angebot: Lebensmittelgesetz lässt grüssen, es muss alles steril sein und die Menschheit wird immer kränker! Aber genüsslich und ausgiebig stärkten wir uns für die Heimfahrt, voraussichtlich auf direktem Weg. Also wird das Regenkombi noch im Bett angezogen :-) aber meine Regenhose hängt halt nach wie vor zu Hause im Schrank. Jedoch zwei 110 lt. Güselsäcke tuns auch und mit ein paar dicken Klebern hatte ich mein Regenkombi wieder perfekt. Also Abfahrt im strömendem Regen. Meine Duc wollte einfach nicht und die ganze Truppe war schon längst weg, während ich noch orgelte. Scheinbar liebt meine ST den Regen genauso wenig wie ich doch nach etwa 10 Minuten startete ich mit einigen Kallern und einem massiven Zeitrückstand über den Wolfgang durchs Prättigau im strömeden Regen bis zur Ganda in Landquart, wo mich meine Freunde bereits mit vollem Tank erwarteten. Von da an liefs trocken auf der Autobahn bis Niederbipp und dann freute ich mich doch, in aller Ruhe für unsere Runde einen kleinen warmen Abschluss-Schmaus zuzubereiten. Kurz gesagt : es war schön und hoffenlich wieder im nächsten Jahr zur 10. Steinbockfahrt.

Herzlichen Dank

Euer Donat

 

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